Kandersteg modernisiert Bahnhof und schafft Barrierefreiheit
Die BLS, eines der führenden Transportunternehmen der Schweiz, baut den Bahnhof Kandersteg um. Dabei steht vor allem ein Thema im Fokus: die Modernisierung des Bahnhofes soll die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) erfüllen.

Am Bahnhof Kandersteg im Kanton Bern steigen von Montag bis Freitag täglich durchschnittlich rund 1200 Passagiere ein und aus. Darunter auch Menschen im Rollstuhl, mit Rollator oder mit Kinderwagen. Treppen oder hohe Einstiege in die Züge sind da fehl am Platz. «Die Perron- und Publikumsanlagen des Bahnhofs Kandersteg haben ihre technische und funktionale Lebensdauer erreicht. Sie entsprachen nicht mehr den heutigen Anforderungen an Komfort, Sicherheit und Kundenfreundlichkeit.», so Tamara Troxler, Mediensprecherin der BLS AG. Durch die Umgestaltung des Bahnhofs wird ein barrierefreier Zugang für alle Reisenden gewährleistet.
Konkrete Massnahmen für den Umbau
Dank höheren Perrons können Reisende ebenerdig ein- und aussteigen. Ebenfalls wurden die Perrons mit einer Länge von 220 Metern gebaut, was dem Standard der BLS entspricht. Für den barrierefreien Zugang zum Gleis 1 haben Passagiere neu die Möglichkeit, einen Lift zu benutzen. Auf der Seite der Park-and-Rail-Anlage sowie zum Mittelperron wurde ausserdem eine Rampe gebaut.
Sicherheitsliniensteine sorgen für eine Orientierungshilfe für sehbehinderte Menschen, und die gewählte Oberfläche des Bodens weist eine hohe Rutschfestigkeit auf.
Zusätzlich gibt es beim Perron neu Sitzgelegenheiten, Wartezonen und Informationssysteme, um den Reisekomfort zu verbessern. Die Fahrgastinformation wird auf den neuesten technischen Stand gebracht.
Doch das ist noch nicht alles. Das BLS-Reisezentrum erhält einen neuen Standort im Erdgeschoss. Zudem wird das Gebäude teilweise umgenutzt. Neben zwei Wohnungen und einem Kiosk entstehen ein Gastgewerbebetrieb mit Restaurant und sieben Gästezimmer.
«Die Gestaltung des Bahnhofs wird modernisiert, um eine attraktive und funktionale Umgebung zu schaffen.» Tamara Troxler, BLS AG
Barrierefreiheit nicht als einziges Ziel
Zukunftsfähig bedeutet aber mehr als barrierefrei. Auch das Thema Nachhaltigkeit wurde bei der Planung einbezogen. «Der neue Bahnhof Kandersteg der BLS soll künftig mit Naturwärme beheizt werden.» erklärt Tamara Troxler. Geplant ist, dass der Bahnhof zuerst einen provisorischen Anschluss an das Fernwärmenetz in Form einer mobilen Pellet-Heizzentrale erhält. Auch eine neue Naturwärme durch Schnitzelheizung ist in Planung.


Eingesetzte Produkte sind von CREABETON
Wir durften eine ganze Reihe von Produkten für den Bahnhof Kandersteg herstellen und liefern. «Herzstück» des Auftrages waren unter anderem sicherlich die grosse Menge an Perronwinkel/-Aufsatzelemente.
«Die Perronwinkel erfüllen den höchsten Standard, den wir im Bereich Winkelplatten anbieten können und unterstehen Normen und Richtlinien für den Bahn-Infrastrukturbau.» Michael Hänni, Kundenberater CREABETON
Unsere Perronwinkel sind speziell für Bahnhöfe mit einer Rillenstruktur auf der Oberkante ausgestattet, damit wird die Rutschfestigkeit gesteigert.
Aber auch bei den verwendeten Pflastersteinen wurde auf Sicherheit gesetzt. Die CARENA® Pflastersteine wurden in der Ausführung mit gewaschener Oberfläche eingesetzt. Somit besticht der Pflasterstein durch eine besonders gute Rutschfestigkeit.
Ein absolutes Muss für einen zukunftsfähigen Bahnhof sind aber auch die versetzten CARENA® Sicherheitsliniensteine. Sie sind eine Orientierungshilfe für sehbehinderte und blinde Menschen. Mit den unterschiedlichen Farben (weiss, schwarz, grau) wird die Sicherheit zusätzlich unterstützt.
Weiter haben wir viele Kabelkanäle sowie BIRCO Entwässerungsrinnen für Kandersteg geliefert.
Herausforderungen des Projekts
Eine der Herausforderungen während des Umbaus war, dass die Züge während den gesamten Bauarbeiten nach Fahrplan fuhren und der Zugang stets gewährleistet werden musste. Zudem handelt es sich um eine internationale Strecke, was bedeutet, dass es nicht nur Personen-, sondern auch Güterverkehr gibt.
Der Baugrund des Bahnhofs Kandersteg besteht aus geschüttetem Aushubmaterial aus dem Lötschbergtunnel und ist kein natürlich gewachsener Untergrund. Dieses Material ist oft ungleichmässig verdichtet und kann sich langfristig setzen, was im Bahnbau mit seinen engen Toleranzen eine besondere Herausforderung darstellt. Um Stabilität, Sicherheit und Barrierefreiheit dauerhaft zu gewährleisten, waren erhöhte Anforderungen an Planung, Ausführung und Materialqualität notwendig.
Zusammenarbeit getaktet auf die Minute
Die Zusammenarbeit wurde von allen Beteiligten als unkompliziert und professionell beschrieben. «Die Produkte wurden fristgerecht vorproduziert und zum exakten Zeitpunkt auf die Baustelle geliefert.» Patrick Walter, Bauführer Marti AG.
Die enge Abstimmung zwischen Bauherrschaft, Planung, Bauunternehmen und Produkthersteller trug wesentlich dazu bei, dass der Umbau trotz laufendem Bahnbetrieb effizient und reibungslos umgesetzt werden konnte. So entstand eine Lösung, die funktionale, technische und qualitative Anforderungen gleichermassen erfüllt.
Projekt: Umbau Bahnhof BLS, Kandersteg
Bauherr: BLS AG, Bern
Architekt: Kissling + Zbinden AG
Bauunternehmen: Marti AG, Bern / Baubetrieb Thun
Produkte CREABETON: Perronwinkel/-Aufsatzelemente (verschiedene Ausführungen), CARENA® Sicherheitslinienpflasterstein, CARENA® Pflasterstein gewaschen, FINALGO Vakuum-Stellplatte, Norm- und Massschächte, Betonrohre, BIRCO-Rinnen, Kabelkanäle
Fotos: Marti AG, Bern

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